...meine Schule im Erzgebirge
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01.04.2026

Zu Gast am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Zwickau

Es ist schon ein merkwürdiger Zufall: gerade in der Woche, als wir unseren Antrag zur UNESCO-Projektschule eingereicht haben, feierte das Käthe-Kollwitz-Gymnasium Zwickau seine 50(!!!)-jährige Mitgliedschaft. Sollten wir also anerkannt werden, können wir uns schon einmal 2076 als gemeinsames Jubiläumsdatum vormerken. Vielleicht haben wir bis dahin Zwickau ja auch eingemeindet.

So weit war es aber am 1. April 2026 noch nicht. Immerhin durften wir uns als fast-UNESCO-Projektschule über eine Einladung nach Zwickau zur Jubiläumswoche freuen. Zu einem Jubiläum dürfen natürlich Geschenke nicht fehlen. Unser Geschenk war eine gemeinsame Aktion, das hatten sich die Zwickauer gewünscht. Und so starteten wir mit zwei Klassen 7 aus Zwickau ein Theaterprojet, das unsere Schüler schon ein bisschen aus der UNESCO-Projektwoche in Klasse 7 kannten. Wir – das waren Schüler aus unseren Klassen 5, 7 und 9, die bei den Projektwochen mit geholfen hatten oder auch so immer zur Stelle sind, wenn eine helfende Hand gebraucht wird.

Als wir in Zwickau aus dem Bus stiegen, ging alles ziemlich schnell: Requisiten und Kostüme zum Gymnasium schleppen, Gruppen bilden, Geschichten aufteilen, Schrecksekunde verdauen (weil die Gruppen tatsächlich gelost wurden) und die Texte in Theaterstücke verwandeln. Es waren alte Bergmannssagen, die wir spontan auf die improvisierte Bühne brachten, denn sowohl in Eibenstock als auch in Zwickau wurden früher Bodenschätze abgebaut: um den Auersberg Erze, in Zwickau und Umgebung Steinkohle.

Etwas ungewohnt war es für unsere Ohren, die alten erzgebirgischen Geschichten in verschiedenen Akzenten zu hören. Aber genau so muss es geklungen haben, als vor Jahrhunderten Menschen aus aller Herren Länder in gemeinsamer Arbeit daran gingen, den Schatz zu heben, der unter unserer Erde lag. Und durch mitgebrachtes Wissen und technischen Innovationsgeist machten sie das Erzgebirge zur führenden Bergbauregion der Welt. Eibenstock wurde zum Beispiel zur Stadt, weil ein aus Ungarn stammendes Verfahren des Zinnwaschens den Ort aufblühen ließ. Und unsere typisch erzgebirgischen Lichterengel sind eigentlich keine Engel, sondern der heiligen Luzia von Syrakus nachgebildet, die italienische Bergleute als Schutzheilige mit ins Erzgebirge gebracht hatten. Die goldene Krone erinnert heute noch daran. 

Großes Lob an alle, ihr habt das wirklich toll gemacht. Es war nicht einfach für die Jury, einen Gewinner aus den neun Gruppen herauszufischen. Mit gerade mal einem Punkt Vorsprung gab es dann doch eine Siegergruppe, die ein UNESCO-Räucherhäuschen mit nach Hause nehmen durfte. Ob der eine Punkt an Collins erzgebirgischer Sprachakrobatik oder an Viktors halsbrecherischem Stunt lag, wer weiß… 

Als großer Missstand wurde von einigen empfunden, dass in der Nähe der Zwickauer Filiale einer bekannten US-amerikanischen Fastfood-Kette keine Busparkplätze zu finden sind. Und so mussten wir während der Rückfahrt auf andere gesunde Grundnahrungsmittel wie Chips und Gummibärchen zurückgreifen. Danke, liebe Zwickauer, für eure Gastfreundschaft, kommt uns doch auch mal besuchen.